Kanada West - 2.Tag

Steamclock in Gastown - Vancouver

2.Tag: Nach einem umfangreichen Frühstück mit Speck, Bratwürste, Eier und Unmengen an Toast ging es los zur Vermietstation. Wir waren zu Viert und hatten daher 2 Wohnmobile gemietet. Dabei handelte es sich um das Model Ford V8 - Okanagan Van Conversion. Bei der Vermietstation Fraserway wurden wir herzlich empfangen, und nach einer genauen Einweisung sollte nun endlich unsere Reise losgehen.

Das erste Ziel unseres heutigen Tages war das Zentrum von Vancouver. Die Fahrt durch den Großraum Vancouver war problemlos, da ein gut beschildertes und ausgebautes Straßennetz vorhanden ist. Wir fuhren gleich bis zum Stanley Park, denn hier findet man genügend Parkplätze und es ist zu Fuß nicht weit ins Stadtzentrum. Ausgerüstet mit Stadtplan und Reiseführer begann unsere Stadtbesichtigung. Entlang des Hafens besteht eine schön gepflegte Waterfront mit Wander- und Radwegen. Der Blick über den Hafen mit Yachten und Wasserflugzeugen zu den Hochhäusern gab herrliche Fotomotive ab.

Der Canada Place, das Schmuckstück am Hafen wurde 1986 anläßlich der Weltausstellung erbaut und ist das moderne Wahrzeichen der Stadt. Im Innern des Gebäudes befinden sich Kinos, Restaurants und ein Kongresszentrum. Wie schneeweiße Segel erheben sich die Dachspitzen über der Bucht. Von der Promenade des weit ins Wasser ragenden Bauwerks hat man tolle Aussichten auf die Innenstadt und auf die Berge am Nordufer.

Uns wurde gleich bewusst das für Vancouver wieder einmal zu wenig Zeit eingeplant war. Wie auch immer, nur einen Katzensprung entfernt befindet sich der Stadtteil Gastown. Ein Spaziergang durch Gastown, dem historischen Zentrum, in dem die Stadt vor gut 130 Jahren (1867) ihren Anfang nahm lohnte sich auf jeden Fall. An den kopfsteingepflasterten Strassen stehen noch viele Häuser aus der Gruenderzeit. Eine alte Steamboat-Dampfuhr gibt nach jeder Viertelstunde lautstark die Zeit an und lockt jedesmal viele Menschen hierher. Hier befindet sich auch eine Statue von Gassy Jack, der vor fast 150 Jahren, lange vor der Stadtgruendung, den ersten Saloon und das erste Hotel betrieb. Nach im wurde dieser Stadtteil benannt.


Zwischen Gastown und Chinatown befindet sich das schmalste Haus der Stadt.

An Gastown grenzt Chinatown. Vancouver besitzt eines der größten Chinesenviertel Nordamerikas. Chinatown wird glücklicherweise nicht vom Geschäft mit den Touristen dominiert. Die Atmosphäre ist relativ authentisch geblieben. Beeindruckend sind die vielen Geschäfte und Stände mit Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch. Der Dr. Sun Yat-Sen Park, der 1986 eröffnet wurde, ist der erste klassische chinesische Garten außerhalb Chinas, und war unser vorrangiges Ziel in Chinatown. Mittlerweile war es Mittags und wir beschlossen gleich hier in Chinatown essen zu gehen. Und so fanden wir auch ein sehr gutes Restaurant. Die China-Restaurants sind auch bekannt für die günstigen Mittagsmenüs. Große Portionen, günstige Preise und viel frisches Gemüse hatten uns begeistert. Auf unserer Reise sollte noch öfter ein Chinese für den Mittagstisch sorgen, dazu jedoch später mehr.

Danach setzten wir unseren Stadtrundgang fort und gingen von Chinatown durch die geschäftigen Straßen von Vancouver wieder Richtung Stanley Park. Entlang der Georgia Street trafen wir so auf das bekannte Hotel Vancouver, das 1939 für die Eisenbahngesellschaft Canadian Pacific Railroad im Chateau-Stil fertiggestellt wurde. Die CPR baute in fast allen kanadischen Städten Hotels in diesem typischen Stil mit einem steilen grünen Kupferdach. Über dem Eingang erinnert das Relief eines Zugs an die ruhmreiche Zeit der Dampfrösser.

Mittlerweile hatten wir wohl schon so einige Kilometer hinter uns, und so wurde es Zeit das wir zurück zum Stanley Park gingen. Von hier fuhren wir zur Ostspitze des Parks, welcher einen unvergleichlichen Blick auf die Skyline bietet, und zugleich gibt eine Gruppe an Totempfählen schöne Fotomotive ab. Danach fuhren wir an die Nordspitze des Stanley Parks, um über die Lions Gate Suspension Bridge nach West Vancouver zu gelangen. Gleich außerhalb des Großraum Vancouvers ändert sich die Besiedlung schlagartig. Sozusagen hinter den Stadtgrenzen ging schon das unberührte Kanada los.

Unsere Route führte uns entlang des "Sea to Sky Highway" (Hwy.99) zum Porteau Cove Provincal Park, welcher unser erster Campingplatz sein sollte. Der Ausblick auf den Howe Sound mit den kleinen Inseln war herrlich. Am State Park Campground angekommen, machten wir uns erstmal einen Kaffee und genossen die Aussicht. Nach einem kleinen Strandspaziergang hieß es dann endlich grillen, ein "Must" in Kanada. Und so gab es gegrillte "Weinwurst" mit Hüttenkartoffeln, und danach waren wir streichfähig fürs Bett.

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