Kanada West - 6.Tag

Pinacles Provincal Park

Barkerville

Nach einem wieder sehr ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf den Weg nach Williams Lake. Heute war erstmals wieder Großeinkauf angesagt. In einer Shoppingmall fanden wir so einige Dinge die das Herz begehrt. Einkaufen ist in Kanada ebenso wie in den USA ein Erlebniss. Das Angebot ist einfach überwältigend. Danach fuhren wir weiter nach Quensel und suchten einige Zeit wieder einmal ein Naturhighlight, nämlich den "Pinnacles Provincal Park" mit seinen Hoodos. Auch hier zeigte sich das keiner der vielen Reiseführer die wir dabei hatten, dieses Naturwunder angeführt hatte, und dennoch war es ein absolutes "Must". Wir wußten nur auf Grund der guten Vorab-Recherche im Internet davon. So suchten wir fast 1 Stunde bis wir dorthin fanden. Aber es hat sich gelohnt. Man fährt in die Stadt Quensel hinein und biegt dann rechts auf eine Seitenstraße ab, um auf ein Hochplateau zu fahren. Nach ca. 10 Minuten erreichten wir dann endlich den Parkplatz, von wo ein herrlicher kurzer Wanderweg zum Canyonrand führt. Und hier befinden sich dann die "Hoodos". Es handelt sich um einzelne freistehende Sandfelsen, in den verschiedensten Farben. Sie geben herrliche Fotomotive ab. Zugleich ist der Blick in das Tal atemberaubend.

In Quensel war zugleich nun auch die Abzweigung nach Barkerville, dem Gold Rush Trail, heute auch Highway 26 genannt. Hiermit kamen wir sozusagen in das damalige Goldfieber-Eldorado. Auf dem Weg nach Barkerville kommt man noch an stillen Zeitzeugen vergangener Tage, wie dem Cottonwood House vorbei, das wir aber beim Rückweg besichtigten.


In Barkerville lebt die Geschichte fort.

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Campen am Bowron Lake

Barkerville - heute eine Art Freilichtmuseum, war einst die größte Stadt nördlich von San Francisco. Eine bunt zusammengewürfelte Mischung aus Abenteurern und Glücksrittern wollte dort Ihr Glück machen. Im Gebiet des Williams Creek wurde Gold im Wert von 50 Millionen Dollar gefunden. Die Stadt entstand um das Claim von Bill Barker. Häuser und Gehwege ußten auf Pfählen gebaut werden, weil sonst der jedes Frühjahr überflutende Bach die nicht immer stabilen Bauten fortgerissen hätte. Nach dem Endes des Goldrausches verfiel der Ort und wurde für 75 Jahre zur Geisterstadt. Erst 1958 begann man, Barkerville zu restaurieren. Von insgesamt 140 Gebäuden stehen heute wieder etwa 40 Gebäude aus der Zeit vor 1900 in alter Pracht mit zeitgenössischer Einrichtung. Weitere historische Gebäude aus der Umgebung wurden hier wieder aufgebaut.

Die Bars und Hotels sind geöffnet, die Bäckerei verkauft frisches Brot, und im Sommer beleben kostümierte Schauspieler den Ort, sodaß auch wir das Gefühl hatten, in die Zeit des damaligen Lebens eintauchen zu können. Neben den Saloon war damals das Büro des Goldkommisar, das wohl wichtigste Gebäude in der damaligen Zeit. Wir haben kein Gold gefunden, so brauchten wir uns auch dort nicht eintragen lassen. Um das Recht aufrechtzuerhalten, hatte damals dieser Beamte das Recht, die Claims der Goldgräber einzutragen und zu genehmigen, er schlichtete auch Streit zwischen den Goldsuchern.

Nach der Stadtbesichtigung machten wir eine kurze Wanderung zum alten Friedhof. Auf manchmal kaum entzifferbaren Holztafeln findet man Namen aus allen Ländern der Erde. Viele der Goldgräber hielten die mörderischen, nassen Arbeitsbedienungen nicht aus, oder starben bei Unfällen in kaum gesicherten Schächten. Und so ist es nicht verwunderlich das man vor allem viele Gräber findet, bei welchen oft schon Jugendliche begraben wurden. Jemand über 30 Jahre war zur damaligen Zeit dann schon ein Glücklicher.

Nach so viel Geschichte war unser heutiges Etappenziel der Bowron Lake, dazu mußten wir rund 25 Kilometer Schotterpiste hinter uns bringen. Auf den Weg dorthin hatten wir auch unsere erste Bärensichtung. Leider war der Bär zu weit weg, und gleich im Gebüsch verschwunden, dennoch waren wir schon glücklich unseren ersten Bären gesehen zu haben. Doch es sollte uns in den nächsten Tagen noch wesentlich mehr erwarten. Um ca. 16 Uhr waren wir dann am Bowron Lake. Da er nur über Schotterpiste erreichbar ist, und zudem die nächsten großen Orte sehr weit weg sind, ist dieses Gebiet sehr ursprünglich und ruhig gelegen. Gerade Mal eine handvoll Häuser und ein paar Campgrounds sind zu finden, ansonsten ist die Kette von vier großen Seen so gut wie unbesiedelt. Die Seen bilden eine viereckige Kette, so dass man sie der Reihe nach alle durchqueren könnte, und nach 120 km Paddelstrecke wieder in die Nähe des Ausgangsortes ankommt. Wir machten das aber nicht, da uns dazu die Zeit fehlte.

Wir gingen noch eine kleine Erkundungsrunde und versuchten erneut unser Angelglück, am Abend wurde dann gegrillt.

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