Namibia Reisebericht: 3., 4. und 5. Reisetag der Rundreise

Am Fish River Canyon machten wir eine Wanderung entlang des Canyonrandes.

In der Gartenanlage der Canyon Lodge konnte man entspannen und Einiges entdecken.

Am nächsten Tag sollte unsere Reisegruppe gleich 2 Höhepunkte erwarten, zum Einem der Fish River Canyon und zum Anderem die Canyon Lodge.

Und so waren alle begeistert vom Fish River Canyon, welcher der zweit größte Canyon der Welt ist. Tektonische Bewegungen verursachten einen nord-südwärts verlaufenden Riss im Hochplateau, der vor etwa 300. Mio. Jahren durch Gletscher und schließlich durch den Fluss ausgewaschen und vertieft wurde. Man kann oben den Canyon entlang gehen, das Absteigen in den Canyon ist nur mit staatlichen Permit möglich. Allerdings wird dieses nur für mehrtägige Touren vergeben. Eintages-Touren in den Canyon hinunter werden nicht genehmigt, so will man das sensible Gleichgewicht in dieser Natur schützen. Daher wanderten auch wir am Canyonrand entlang.

Am Nachmittag fuhren wir in die wohl schönst gelegene Lodge Namibias, der Canyon Lodge die in einem riesigen privaten Naturschutzgebiet liegt. Die Lodge besteht aus einem Farmhaus, welches neu renoviert wurde, und heute Restaurant, Bar und Empfang beinhaltet. Das Highlight sind aber die vielen kleinen Häuschen die verstreut in die Felsen gebaut wurden.

Hier ergeben sich genügend Freizeitmöglichkeiten mit Wander- und Bergtouren, oder einem Canyonflug. Ich verbrachte den Nachmittag mit einer Wanderung durch die Wüsten- und Felsenlandschaft. Die Ruhe und Einsamkeit begeisterte mich, denn kaum hatte ich die Lodge verlassen, stand ich also nun da, in der "Leere" der Wüste. Am späteren Nachmittag begab ich mich dann an den Pool und genoß die Abkühlung. Abends gab es für unsere Gruppe das Abendessen auf der Terrasse neben Fackelfeuer und den Klängen der Natur serviert.


In der Canyon Lodge waren die Zimmer jeweils in einem eigenen Häuschen untergebracht.

Ausflug zur Diamandenstadt Kolmannskuppe

Das Abschied nehmen am nächsten Morgen fiel schwer, aber es erwartete uns eine große Strecke, wir sollten bis nach Lüderitz fahren. Vorbei ging es wieder an wunderschönen Wüsten- und Dünenlandschaften bis nach "Aus" wo wir kurz Mittagspause machten. In diesem Gebiet leben auch Wildpferde, die selbst vom Straßenrand aus zu sehen sind. Die Strecke von Aus nach Lüderitz führt schnurgerade durch die Wüste, parallel zur Schmalspurbahn Lüderitz-Keetmanshoop. Für Romantiker bietet sich der Besuch des halbverfallenen Bahnhofs von Garub an. Auf diesem Wege kamen uns die Dünen nun immer näher, und wir hatten sogar zahlreiche Sandverwehungen auf der Straße. In der Hafenstadt Lüderitz welche auf nackten Felsen gebaut ist, trifft man auf alte Häuser ebenso wie neue Wohnsiedlungen, Sehenswürdigkeiten wie der Felsenkirche und das Magistratsgebäude, als auch auf das heiß ersehnte Meer. Die Wüste geht hier bis ans Meer, nicht Palmen sind es die hier vorherrschen, sondern Dünenlandschaften. Doch es hat seinen eigenen Reiz. Auslugsziel hier ist die ehemalige Diamantenschürfstelle von Kolmannskuppe, heute eine im Wüstensand versinkende Geisterstadt mitten im Diamantensperrgebiet. Bis zu 400 Menschen lebten hier in der Stadt, in den umliegenden Baracken kamen nochmals an die 1000 Gastarbeiter dazu, und im 19 Jhdt. war hier die Blütezeit. Restaurants, Bäckerei, Metzger, Kegelbahn und Veranstaltungshalle waren damals ebenso vorhanden, wie ein ortseigener Zug, welcher die Damen vom Wohnhaus zu den Geschäften und retour brachte. Es war ein hartes Leben in dieser gottverlassenen Wüste in welcher vor Allem das fehlende Trinkwasser ein Problem war, doch an Luxus fehlte es nicht. Aber der Reichtum war von kurzer Dauer, denn viele Menschen verließen diesen Ort ebenso arm als wie sie ankamen. Und 1956 verließ der letzte Einwohner Kolmanskuppe. Wir gingen nicht auf Diamantensuche, sondern setzten unsere Tour durch die Wüsten- und Dünenlandschaft Richtung Schwarzrandberge und Maltahöhe fort. On route besichtigten wir das als Unikum bekannte Schloß Duwisib. Duwisib wurde 1908 von Baron Hans Heinrich von Wolf für seine amerikanische Frau gebaut. Es wird erzählt, dass Baron von Wolf eine Pferdezucht im großen Stil aufbauen wollte. Seine Träume konnte er aber nicht verwirklichen, da er im ersten Weltkrieg ums Leben kam. Das Schloß beherbergt noch heute eine Anzahl an ausgesuchten, antiken Möbeln.

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